Kalte Progression stoppen-echte Entlastung schaffen!

Am 2. Juli 2026 stellte die Bundesregierung ihre geplante Einkommensteuerreform vor. Sie soll zum 1. Januar 2027 beginnen und ab 2028 ihre volle Wirkung entfalten. Rund zehn Milliarden Euro jährlich sollen Steuerpflichtige dann entlasten, insbesondere kleine und mittlere Einkommen. Doch hinter dieser großen Zahl verbirgt sich ein entscheidender Haken: Ein Teil dessen, was als Entlastung verkauft wird, gleicht nicht einmal vollständig die steuerlichen Folgen der Inflation aus.
Das Problem nennt sich kalte Progression. Steigen Löhne lediglich deshalb, weil Lebensmittel, Energie, Mieten und andere Lebenshaltungskosten teurer geworden sind, haben Beschäftigte zwar nominell mehr Geld auf dem Gehaltszettel, können sich davon aber real kaum mehr leisten. Gleichzeitig steigt mit zunehmendem Einkommen auch der Steuersatz auf zusätzlich verdiente Einkommensanteile. Werden die dafür maßgeblichen Einkommensgrenzen nicht entsprechend der Inflation angehoben, wächst die Steuerbelastung, obwohl die Kaufkraft nicht gestiegen ist. Der Staat nimmt also mehr ein, ohne dass der Betroffene tatsächlich wohlhabender geworden wäre.
Diese Kritik ist keineswegs eine politische Erfindung unsererseits. Das Bundesfinanzministerium selbst bezeichnet die kalte Progression als eine „Steuererhöhung durch Untätigkeit“. Noch bemerkenswerter: Auf seiner eigenen Internetseite erklärt das Ministerium den Inflationsausgleich zum „Gebot der Fairness“ und stellt klar, der Staat dürfe sich an hoher Inflation nicht zusätzlich bereichern. Seit 2016 wurden die entsprechenden Steuergrenzen deshalb regelmäßig an die Preisentwicklung angepasst.
Doch nach den jetzigen Reformplänen soll genau dieser Ausgleich erstmals seit elf Jahren nicht mehr vollständig erfolgen. Das Institut der deutschen Wirtschaft kommt deshalb zu dem Ergebnis, dass die Reform 2028 trotz der angekündigten Entlastungen zu realen Steuermehrbelastungen führen kann. Bei einer vorsichtig angenommenen Inflation von insgesamt 4,5 Prozent für 2026 und 2027 würde ein Single mit 50.000 Euro Bruttojahreseinkommen 114 Euro weniger entlastet, als für einen vollständigen Ausgleich nötig wäre. Bei 80.000 Euro fehlen bereits 265 Euro. Ein vollständiger Ausgleich würde laut IW gut 15 Milliarden Euro erfordern.
Während die Entlastung also bereits an dieser Stelle schrumpft, erhöht die Koalition gleichzeitig eine andere Steuer kräftig: Die Pauschsteuer auf Minijobs soll von zwei auf fünf Prozent steigen. Drei Prozentpunkte mehr bedeuten tatsächlich eine Erhöhung um 150 Prozent. Das Bundesfinanzministerium nennt diese Maßnahme ausdrücklich als Teil der Gegenfinanzierung des Entlastungspakets.
Diese Steuer wird heute in der Regel vom Arbeitgeber zusätzlich zum Lohn getragen, auch wenn sie bei entsprechender Vereinbarung auf den Beschäftigten abgewälzt werden kann. Mit der geplanten Erhöhung verteuert die Bundesregierung somit ausgerechnet geringfügige Beschäftigung und schafft für Arbeitgeber einen Grund, zu überlegen, ob sich ein Minijob überhaupt noch lohnt.

Weitere Beiträge

Deutschlands Unternehmer verlieren das Vertrauen in die Politik

Deutschlands Unternehmer verlieren das Vertrauen in die Politik Ein Unternehmen zu gründen,...

Besucherfahrt in den Sächsischen Landtag

Wer von Euch gerne mal den sächsischen Landtag besuchen möchte, an einer...

Das ist Berlin nicht Beirut!

Das ist Berlin nicht Beirut! Statt den Schrott von der Straße zu...

Der Griff in die letzten Reserven der Familien

Pflegereform 2027: Der Griff in die letzten Reserven der Familien Der größte...

Machs offiziell! Zeig, dass Du heimatverliebt bist. Anett Hanusch

Machs offiziell! Zeig, dass Du heimatverliebt bist. Anett Hanusch...

Infostand am 03.10.2026 auf dem Neumarkt

Mit einem großen Infostand war die AfD Dresden beim Tag der Deutschen...

DROESE MdEP -Sachsen ungefiltert- Friedrich Merz, Kanzler der Ukraine, blamiert Deutschland

𝐅𝐫𝐢𝐞𝐝𝐫𝐢𝐜𝐡 𝐌𝐞𝐫𝐳, 𝐊𝐚𝐧𝐳𝐥𝐞𝐫 𝐝𝐞𝐫 𝐔𝐤𝐫𝐚𝐢𝐧𝐞𝐫, 𝐛𝐥𝐚𝐦𝐢𝐞𝐫𝐭 𝐃𝐞𝐮𝐭𝐬𝐜𝐡𝐥𝐚𝐧𝐝 𝐸𝑖𝑛𝑒 𝑔𝑒𝑚𝑒𝑖𝑛𝑠𝑎𝑚𝑒 𝑃𝑟𝑒𝑠𝑠𝑒𝑘𝑜𝑛𝑓𝑒𝑟𝑒𝑛𝑧 𝑎𝑚 𝟤𝟫....

Handwerk stärken statt Wirtschaft ausbremsen

Sachsen braucht sein Handwerk mehr denn je. Während die Industrie in den...

Kreisverband Leipzig nominiert Oberbürgermeisterkandidaten – PRESSEMITTEILUNG –

Pressemitteilung 𝐀𝐟𝐃 𝐋𝐞𝐢𝐩𝐳𝐢𝐠 𝐧𝐨𝐦𝐢𝐧𝐢𝐞𝐫𝐭 𝐀𝐥𝐞𝐱𝐚𝐧𝐝𝐞𝐫 𝐖𝐢𝐞𝐬𝐧𝐞𝐫 𝐟ü𝐫 𝐝𝐢𝐞 𝐎𝐛𝐞𝐫𝐛ü𝐫𝐠𝐞𝐫𝐦𝐞𝐢𝐬𝐭𝐞𝐫𝐰𝐚𝐡𝐥 𝟐𝟎𝟐𝟕 Leipzig, 26....

AfD wirkt! Sachsen plant vorläufigen Windrad-Stopp!

AfD wirkt! Sachsen plant vorläufigen Windrad-Stopp! Die Landesregierung will jetzt die Forderungen...