Historische Gründe für das Fehlen von Windmühlen im Erzgebirge
Im Erzgebirge waren Windmühlen früher nicht verbreitet, weil sich ihr Betrieb aus wirtschaftlichen und technischen Gründen gegenüber der Wasserkraft nicht lohnte. Das Gebirge verfügt über zahlreiche Bäche und Flüsse mit ausreichendem Gefälle. Überall dort, wo genügend Wasser vorhanden war, bevorzugten die Menschen Wassermühlen. Fließendes Wasser steht zuverlässiger und gleichmäßiger zur Verfügung als der Wind und lässt sich durch Stauen zumindest teilweise speichern. Windmühlen hingegen stehen bei Windstille oder zu schwachem Wind häufig still.
Diese Logik lässt sich auf die heutige Situation übertragen. Moderne Windräder im Binnenland – insbesondere an durchschnittlichen oder weniger windreichen Standorten abseits der Küste – sehen sich mit massiven wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Die Erträge schwanken stark mit den Windverhältnissen. Der Kapazitätsfaktor liegt bei deutschen Onshore-Anlagen typischerweise im Bereich von etwa 20 bis 30 Prozent und ist im Binnenland und vor allem im Süden noch einmal deutlich niedriger als an der Küste oder offshore. Windkraft lohnt sich für die Betreiber nur, mit massiven staatlich garantierten Mindesterträgen. Das gibt man bei der Windkraftlobby auch offen zu. Ohne diese steuerfinanzierten Zahlungen gehen die Lichter aus.
Unsere Vorfahren im Mittelalter kannten keine Subventionen und auch kein Sozialsystem. Sie mussten wirtschaftlich arbeiten, um zu überleben – ganz einfach.
Sie beklagten sich jedoch über die Abgabe des „Zehnten“ an die Feudalherren, den sie damals bereits als zu hoch und unzumutbar empfanden. Heute nimmt uns der Staat weit mehr als die Hälfte des Einkommens (Einkommenssteuer, Verbrauchssteuern, Sozialabgaben und weitere Abgaben) und verteilt dieses Geld dann um. Dadurch werden oft extreme Fehlanreize geschaffen. Investitionen werden im negativen Fall nicht mehr danach beurteilt, ob sie sich am Ende wirtschaftlich rechnen.
Was sich jedoch seit dem Mittelalter nicht geändert hat, ist die geringe physikalische Energiedichte der Luft und die Unzuverlässigkeit, wie und wann der Wind weht. Um dies auszugleichen, erhalten Betreiber von Windindustrieanlagen steuerfinanzierte Entschädigungszahlungen über das EEG und damit garantierte Einnahmen.
Die stetige Windstromproduktion selbst ist damit jedoch nicht garantiert, weshalb immer Backup-Kraftwerke benötigt werden. In der modernen Zeit geht der Energiebedarf weit über die Wasserkraft hinaus, weil ein Industrieland weitaus mehr Energie benötigt als die Agrarwirtschaft des Mittelalters.
Obwohl sich der Energiebedarf in den letzten 150 Jahren exponentiell erhöht hat, glaubt man in Deutschland, man könne heute den gesamten Energiebedarf mit Wind- und tagsüber zusätzlich mit Solarstrom decken.
Dass dies unmöglich ist, wissen die Fachleute inzwischen, aber diese Wahrheit ist offiziell genauso tabu, wie es damals war, die Nacktheit des Kaisers zu thematisieren.
Der Abschaltplan der konventionellen Kraftwerke wird weiterhin ohne jegliche Evaluierung fortgesetzt. Der Habecksche Ausbauplan für Wind und Solar wird durchgezogen wie ein Gottesgesetz auf Tontafeln. Das Totschlagsargument ist der drohende Verlust von Arbeitsplätzen. Dass aufgrund der sehr hohen Strom- und Energiepreise in Deutschland aber ununterbrochen weit mehr Arbeitsplätze durch die Industrieabwanderung verloren gehen, ist ein absolutes Tabuthema.
Die Stimmung in der Bevölkerung zum Thema Windräder und zum Ausbau von Solarfreiflächenanlagen hat sich grundsätzlich gedreht. Die Natur- und Landschaftszerstörung ist inzwischen unübersehbar, die negativen Folgen für Energiepreise und Versorgungssicherheit sind für jeden spürbar. Die Politik könnte hier einlenken, mit Rücksicht auf die eigene Bevölkerung, und zumindest dort den weiteren Ausbau beenden, wo sich die Einwohner und auch die betroffenen Städte und Gemeinden dagegenstellen inzwischen mehrheitlich. Dies geschieht jedoch nicht. Der Bürgerwille wird mit Füßen getreten. Es ist für mich rein sachlich nicht nachvollziehbar, warum man den Mehrheitswillen der Bewohner des Landes ignoriert, um eine kleine Minderheit reich zu machen. Wer die Gründe benennen kann, schreibt es bitte in die Kommentare.
Die Konsequenzen werden für alle schmerzhaft spürbar sein. Unsere Landschaft wird unwiederbringlich zerstört. Die politisch dafür Verantwortlichen aber werden schlichtweg abgewählt werden.
Thomas Dietz – Für unser Erzgebirge












