Deutschlands Unternehmer verlieren das Vertrauen in die Politik
Ein Unternehmen zu gründen, erfordert weit mehr als eine gute Geschäftsidee und ausreichend Startkapital. Wer den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, braucht Mut, Kreativität, Entschlossenheit und vor allem ein außergewöhnliches Durchhaltevermögen. Er übernimmt Verantwortung für sich selbst, seine Mitarbeiter und deren Familien, trägt finanzielle Risiken und investiert nicht selten seine gesamten Ersparnisse und Jahre seines Lebens in den Aufbau seiner Existenz. Rückschläge, schlaflose Nächte und wirtschaftliche Unsicherheit gehören für viele Unternehmer zum Alltag. Selbst wer hart arbeitet und persönliche Opfer bringt, hat keine Garantie auf Erfolg.
Umso schwerer wiegt es, wenn auch die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in immer größer werdendes Ausmaß zum Risiko werden. Dass die Unzufriedenheit der Unternehmer keine Erscheinung der jüngsten Vergangenheit ist, zeigen die seit 2008 durchgeführten Standortumfragen der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). 2017 erreichte die Bewertung der Wirtschaftspolitik der Bundesregierung mit der Schulnote 2,9 ihren besten Wert. Danach setzte eine deutliche Abwärtsentwicklung ein. Bereits 2020, noch unter Bundeskanzlerin Angela Merkel, verschlechterte sich die Bewertung auf 3,9. Unter Bundeskanzler Olaf Scholz folgte 2023 mit der Note 4,8 ein neuer Tiefpunkt. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen vergaben damals sogar die Noten 5 oder 6. Besonders schlecht schnitten Bürokratie, Energiekosten sowie langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren ab.
Heute unter Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich das Stimmungsbild nicht erholt. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände bewerten inzwischen 89 Prozent der befragten Unternehmen die Arbeit der Bundesregierung als schlecht oder sehr schlecht, 91 Prozent kritisieren deren Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.
Die Untersuchungsergebnisse zeichnen damit über mehrere Regierungsperioden hinweg ein zunehmend kritisches Bild. Hohe Kosten, bürokratische Belastungen und mangelnde Planungssicherheit erschweren unternehmerische Entscheidungen. Wo Vertrauen verloren geht, geraten auch Investitionen, Innovationen und Arbeitsplätze unter Druck. Dabei sind es gerade die Menschen, die unter persönlichen Risiken Unternehmen aufbauen, Arbeitsplätze schaffen und wirtschaftliche Verantwortung übernehmen, auf die unser Wohlstand angewiesen ist.










