Während in der freien Wirtschaft immer mehr Arbeitsplätze wegbrechen, wächst der Staatsapparat nahezu ungerührt weiter. Besonders drastisch zeigt sich der Gegensatz in der Industrie: Im Verarbeitenden Gewerbe sind seit 2017 rund 349.000 Arbeitsplätze verschwunden, seit dem Beschäftigungshoch 2018 sogar etwa 477.000. Allein im Jahr 2025 gingen weitere 177.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse verloren.
Beim Bund läuft die Entwicklung in die entgegengesetzte Richtung. Zwischen 2017 und 2026 stieg die Zahl der Stellen von 257.069 auf 305.753, also um fast 19 Prozent. Noch brisanter: Die Beamtenplanstellen wuchsen um 35,6 Prozent, während einfache Arbeitnehmerstellen sogar zurückgingen. Die Personalausgaben schossen gleichzeitig von knapp 32 auf mehr als 48 Milliarden Euro.
Und offenbar darf es gern etwas mehr Chefetage sein: In den obersten Bundesbehörden nahm der höhere Dienst um 43,9 Prozent zu, die B-Besoldung um 28,2 Prozent. Der einfache Dienst schrumpfte dagegen um 31,2 Prozent. Während Unternehmen um ihre Existenz kämpfen und Beschäftigte ihre Arbeitsplätze verlieren, schafft der Staat damit reichlich besonders langfristig abgesicherte und teure Positionen.
Vollends widersprüchlich wird die Personalpolitik beim Bundesrechnungshof: Während der Staatsapparat wächst, sank dessen Stellenbestand von 2019 bis 2025 um 18,2 Prozent. Ausgerechnet die Behörde, die kontrollieren soll, ob Milliarden an Steuergelder sinnvoll ausgegeben werden, wird personell geschwächt. Gerade einmal sechs zusätzliche Prüfer, die der Bundesrechnungshof selbst für Rüstung, Zivilschutz und das neue Digitalministerium beantragt hatte, wurden für 2027 von der Bundesregierung abgelehnt. Mehr Staat, mehr Ausgaben, aber weniger Kontrolle: Diese Prioritätensetzung ist schwer vermittelbar.
Während Unternehmen und Industrie Arbeitsplätze verlieren, sichert der Staat seinen eigenen Personalapparat auf Jahrzehnte ab und schwächt zugleich dessen Kontrolle. Das ist eine gefährliche Schieflage: Immer weniger wirtschaftliche Substanz soll einen immer größeren und dauerhaft teureren Staatsapparat tragen.






