Die groteske Energiepolitik der Bundesregierung und ihrer Vorgängerregierungen wird für immer mehr Betriebe zur Standortfrage und für ihre Beschäftigten zur Existenzfrage. Das zeigt das Energiewende-Barometer 2026 der Deutschen Industrie- und Handelskammer, für das rund 3.100 Unternehmen befragt wurden. Mehr als 40 Prozent berichten, dass hohe Energiepreise ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen. In der Industrie sind es bereits rund zwei Drittel. Für 49 Prozent der Betriebe ist Strom innerhalb eines Jahres erneut teurer geworden, für 67 Prozent stiegen die Kosten für Gas, Fernwärme oder Heizöl.
Rund ein Drittel der Unternehmen verschiebt wegen der Energiepreise Investitionen in Maschinen, Anlagen und betriebliche Kernprozesse. In der Industrie sind es 35 Prozent. Werke werden nicht modernisiert, Erweiterungen nicht gebaut und neue Stellen oder Ausbildungsplätze entstehen womöglich gar nicht erst. Was heute aus den Investitionsplänen gestrichen wird, kann morgen über die Zukunft eines ganzen Standorts entscheiden.
Noch bedrohlicher ist die Abwanderung: Rund 20 Prozent aller Unternehmen befassen sich mit der Verlagerung von Investitionen oder Produktionskapazitäten ins Ausland, setzen sie bereits um oder haben sie schon vollzogen. In der Industrie betrifft das rund 40 Prozent, bei großen Industrieunternehmen sogar 60 Prozent. Nach Angaben der Deutsche Industrie- und Handelskammer verlagert bereits jedes dritte große Industrieunternehmen Produktion ins Ausland.
Was das für Beschäftigte bedeuten kann, zeigt eine weitere DIHK-Befragung unter 1.700 Industriebetrieben: Von den Unternehmen, die aus Kostengründen im Ausland investieren wollen, planen 47 Prozent einen Beschäftigungsabbau im Inland. 44 Prozent wollen zugleich ihre hiesigen Investitionen zurückfahren. Das sind geplante Maßnahmen, keine bereits gezählten Kündigungen. Doch das Warnsignal ist unübersehbar: Wenn Produktion, Maschinen und Investitionen gehen, geraten auch Arbeitsplätze, Zulieferbetriebe und ganze Regionen unter Druck. Neue Schuldenprogramme können eine geschlossene Werkhalle nicht wieder öffnen.











